Wettbewerb Erzherzog-Karlstrasse
Bei diesem Wettbewerb hat syntax architektur sich mit netzartigen Strukturen im verdichteten Flachbau beschäftigt. Zielsetzung des Bauträgerwettbewerbs war die Errichtung von ca. 140 Wohnungen. Das Projekt wurde von syntax architektur mit dem Partner gemeinnützige Bau- und Wohnungsgenossenschaft Wien Süd durchgeführt. Für die Landschaftsarchitektur hatte syntax das Büro bauchplan ).( als Partner.
Freiraumkonzept:
Ausgehend vom Leitprojekt wird ein dichtes Gewebe von Freiräumen und bebauten Flächen angestrebt. Grünnahe Wohnformen werden so angeordnet, dass alle Grundtypologien der Wohneinheiten über zwei unterschiedliche Freiräume verfügen und somit von vier Himmelsrichtungen belichtet werden.
Um die vierseitige Belichtung zu ermöglichen wurde ein Z-förmiger Wohnungsgrundriss aus zwei zueinander versetzten Rechtecken entwickelt, der für den Geschosswohnungsbau und den verdichteten Flachbau unterschiedlich interpretiert wird. Der wohnungsnahe Freiraum ist auf die jeweiligen Nutzungsbedürfnisse sowie die zur Belichtung notwendigen Abstandsflächen optimiert.
Durch das Aussetzen eines raumbildenden Baumblocks aus Zitterpappeln, wird der Baukörper in einen Grünraum eingebettet, der sich mit der Umgebung vernetzt. Das Ziel dabei ist, eine Identität für die Bewohner herzustellen sowie Räume mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.
Verdichteter Flachbau:
Eine Abfolge von öffentlichen (Park), halböffentlichen (Erschließungsweg) und privaten (Garten, Patio) Freiflächen gliedern den Außenraum. Vor den Eingangstüren entstehen zwischen den Lichtschächten der Parkgarage aufgeweitete, und durch die Auskragung des OG überdachte Vorbereiche. Im Erdgeschoss entsteht durch den Versatz im Grundriss ein zonierter offener Wohnraum, der eine flexible Nutzung zulässt. Im Inneren entstehen vielfältige Durchblicke, nach außen Ausblicke auf den Garten auf der einen und den Patio auf der anderen Seite. Die Anordnung der Fenster stellt eine Besonnung von 4 Himmelsrichtungen über den gesamten Tagesverlauf sicher. Eine zentral angeordnete "leichte" Treppe erschließt die drei Zimmer im Obergeschoss und ein natürlich belichtetes Badezimmer. Ein zusätzlicher Bonus ist der über die Treppe mit Tageslicht versorgte Kellerraum für den vielfältige Nutzungen denkbar sind. Die Häuser erhalten über eine Schleuse einen direkten Zugang zur Parkgarage. Jeder Wohneinheit sind zwei Parkplätze zugeordnet. Die Parkgarage wird über Lichtschächte natürlich belichtet.
Geschosswohnungsbau:
Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt von den Wohnhöfen über durchgesteckte Stiegenhäuser mit Lift. Alle Wohnhöfe sind mit Durchgängen miteinander verbunden. Je vier Wohnungen pro Geschoss werden von einem Stiegenhaus erschlossen. Alle Wohnungen haben einen direkten Abgang in die Parkgarage und zu den Kellerabteilen.
Jede Wohnung wird von je 2 Höfen über Eck belichtet. In der Schnittfläche der beiden versetzten Rechtecke befindet sich der dreiseitig belichtete Wohnraum mit Küche und Blick in zwei unterschiedliche Wohnhöfe. Jedem Wohnraum ist eine nach Süden orientierte Loggia/Terrasse und im EG zusätzlich ein Garten zugeordnet.
Blockrandbebauung:
Die viergeschossige Bebauung zur Lavaterstraße stellt eine typologische Ausnahme dar und ist als Laubengangtyp organisiert. Im Erdgeschoss sind Nebenräume und die Rampen für die Tiefgarage untergebracht. Am Dach befindet sich das für alle Mieter des Areals zugängliche Schwimmbecken mit Nebenräumen und Dachterrassen.
Städtebaulich markiert der Baukörper das Ende der Häuserzeile und den Übergang zur niedrigeren Bebauung. Die erlaubte Erkerfläche wird zu einem liegenden Element zusammengefasst. Die Fassadengliederung der dahinterliegenden Bebauung wird übernommen und der städtebaulichen Situation folgend durch die plastische horizontale Gliederung der Baukörper verstärkt.
projektgalerie
